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Jubiläum des lenkbaren Lichts

100 Jahre Midgard

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31/07/2019 - Midgard, gegründet 1919 von Curt Fischer, Erfinder des lenkbaren Lichts, produziert seine Leuchtenserien Midgard modular, K831 und die Federzugleuchten bis heute auf original Werkzeugen ausschließlich und vollständig in Deutschland. Mit seinen in Sachen Funktionalität, Qualität und Design völlig neuartigen Leuchten, überzeugte er unter anderem Walter Gropius, der die Midgard-Leuchten privat wie auch im Bauhaus einsetzte. Anlässlich des Jubiläumsjahres wird die am Bauhaus eingesetzte Lenklampe TYP 113 wieder aufgelegt. 100 Jahre Leuchtengeschichte werden im Sinne von Curt Fischer fortgeschrieben
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100 Jahre Midgard – ein Leuchtenunternehmen schreibt Geschichte 
 
Etwas ins rechte Licht rücken – dies ist im wahrsten Sinne des Wortes seit Curt Fischers Erfindung der ersten lenkbaren elektrischen Leuchte vor genau 100 Jahren nicht mehr nötig. Seine Innovation waren Leuchten, deren Lichtquelle man zu sich heranziehen konnte, deren Kopf gedreht und gewendet und der Lichtkegel so im gewünschten Winkel auf den Arbeitsplatz oder die zu erleuchtende Stelle ausgerichtet werden konnte – ein Meilenstein in der sich damals schnell entwickelnden Industrialisierung. 
 
Die berühmtesten Midgard Entwürfe sind das Modell Nr. 113, das auf Grund seines gebogenen Stabs auch als „Peitsche” bezeichnet wurde, sowie das Modell Nr. 114. Die gestalterische Avantgarde der 1920er Jahre am Bauhaus entdeckte diese Lichtgeräte von Fischer für sich. Gestalter wie Marianne Brandt, Marcel Breuer, Walter Gropius und Laszlo Moholy-Nagy, aber auch Lyonel Feininger, Egon Eiermann, Sep Ruf und Jan Tschichold begeisterte deren frei bewegliches Licht und blendfreier Reflektor, den Curt Fischer 1922 als Erster in seinen Leuchten verarbeitete. Architekten, Fotografen, Typografen, Maler nutzten die Modelle in ihren Ateliers und schufen Einrichtungen in denen die Leuchten von Midgard als modernes Lichtgerät einen Stammplatz hatten. 
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2015 übernahmen David Einsiedler und Joke Rasch neben den Rechten an den drei klassischen Midgard-Leuchtenserien (Maschinenleuchte/Modular, Lenklampen und Federzugleuchte) auch die Werkzeuge und das verbliebene Firmenarchiv mit hunderten Originalzeichnungen von Curt Fischer, Fotos, Briefen, Urkunden und weiteren Dokumenten. Bis dahin im Thüringischen Auma beheimatet, verlegten die beiden Unternehmer die Produktion nach Hamburg. Hier wurde die Fertigungsstrecke von Grund auf neu eingerichtet, modernisiert und unter Verwendung von originalen Werkzeugen und Maschinen wieder in Betrieb genommen. 
 
Im Januar 2017 starteten die beiden Möbel-und Leuchtenexperten mit der Wiederaufnahme der Produktion von Curt Fischers modularem Leuchtensystem, das heute unter dem Seriennamen Midgard Modular TYP 500 (mit historischem Schwenk-Fuß) und TYP 550 (mit drehbarem Maschinenfuß) geführt wird. Erstmals um 1930 als technische Weiterentwicklung der seit 1919/20 produzierten Lenklampen hergestellt, gehört sie zu den frühen Gelenkleuchten der klassischen Moderne. 
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Wir bauen im historischen Kontext“, erklären David Einsiedler und Joke Rasch – und bringen so Licht in ein Stück vergessene Designgeschichte.
 
Das Jubiläumsjahr 2019 
 
Im Jubiläumsjahr 2019 erfolgt die Wiederauflage der „Peitschenleuchte“ TYP 113. 
 
Mit der Nr. 113 hatten wir bis zuletzt gewartet, da sie aus fertigungstechnischer Sicht die größte Herausforderung darstellt. Sie ist ein äußerst anspruchsvolles Werkstück. Viele spezielle Teile sowie die Veredelung (Nickel, Emaille, Bakelit, Porzellan) erfordern besondere Sorgfalt. Dafür wollten wir in Sachen Produktion erst einmal etwas Erfahrung sammeln“, so David Einsiedler. 
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Ab September 2019 wird die legendäre „Peitschenleuchte“ als exklusive Limited Edition (Auflage 100 Stück) mit original Fassungen (NOS – New Old Stock aus den 1930er Jahren) und von der Firma Thonet gebogenem Stahlrohr exakt so hergestellt, wie es den Materialien und Fertigungstechniken der 1920er Jahre entspricht. Aus dieser Kombination resultiert die herausragende technische und optische Eleganz der Limited Edition. Midgard übernimmt den Entwurf der TYP 113 in das Portfolio, das bereits aus Maschinenleuchte, Federzugleuchte und K831 besteht. 
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Von Curt Fischer selbst liebevoll ´Lenklampe´ genannt, war die 113 eine echte Innovation in den 1920ern: sie machte die sonst so statisch an der Decke hängenden ´Glüh-´Lampen lenkbar und reduzierte die Verschattung durch durch herkömmliche Deckenbeleuchtung am Arbeitsplatz deutlich.

Dies war auch Walter Gropius nicht entgangen, er stattete das bauhaus mit reichlich Midgard TYP 113 aus.
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Zeitgleich zum Launch der exklusiven TYP 113 Limited Edition und parallel zum 100-jährigen Bestehen zeigt sich der Midgard-Showroom in Hamburg-Ottensen in neuer Gestaltung. Ab September 2019 steht hier das gesamte Produktportfolio sowie die Produktionsstrecke der TYP 113 auf einer Ausstellungsfläche von 450 m2 bereit. 
 
Unter dem Titel „100 Jahre lenkbares Licht – Ursprung und Aktualität beweglicher Beleuchtung“, wird auf Basis der von Midgard zusammen mit dem Design-Journalisten Thomas Edelmann Anfang des Jahres initiierten Ausstellung, eine umfangreiche Publikation mit Texten von Thomas Edelmann sowie vielfältigem Bildmaterial aus dem Midgard- sowie Bauhaus-Archiv entstehen.

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