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Nachhaltiger, lichtdurchfluteter Preisträger: ein Einfamilienhaus in Niederösterreich

Architekt Michael Nöbauer schafft ein Haus in Massivholzbauweise und inszeniert mit Dachfenstern von Velux das Innere in natürlichem Licht

08/03/2022 - Als Ilse Mayer nach einem mehrjährigen Aufenthalt zurück in ihre Heimatstadt Schrems in Niederösterreich zog stellte sich die Frage, wo den Lebensabend verbringen. Ein barrierefreies Haus schwebte ihr vor und nach einigem Suchen traf sie auf Architekt Michael Nöbauer, der ihren Wunsch Wirklichkeit werden ließ. So ist auf einem dicht bewachsenen Grundstück ein nachhaltiges Einfamilienhaus in Massivholzbauweise entstanden. Dass in dem Projekt nicht nur viel Herzblut sondern auch Fachwissen steckt würdigt der zweite Platz, der Anerkennungspreis in der Kategorie Wohnbau, beim „Holzbaupreis Niederösterreich 2019“, mit dem das Neubauprojekt ausgezeichnet wurde.
 
Die Linienführung der Architektur wirkt modern und schlicht, während die Holzschindeln, die das Haus verkleiden, einen warmes, einfaches Flair hinzufügen. Diese Verbindung findet sich auch im Innern des Hauses wieder. Auch hier treffen moderne, klare Elemente auf die Behaglichkeit von Holz. Was sich von außen allerdings nicht ankündigt ist die offene und lichtdurchflutete Innenarchitektur.
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Galerie unter Schrägdach, überhohes Wohnzimmer

Das Erdgeschoss ist unterteilt in einen separaten Schlafbereich und den spektakulären Wohn- und Essbereich, über dem der Raum bis zum Giebel geöffnet wurde. Unter der Treppe, die zum Obergeschoss führt, ist die Küche eingebaut.
Um dem Wunsch der Bauherrin nach einem Schrägdach nachzukommen und dennoch den Raum direkt darunter aktiv nutzen zu können, kam Nöbauer auf die Idee, im ersten Stock eine multifunktionale Galerie zur Ausstellung der Gemäldesammlung der Auftraggeberin einzurichten. Zusätzlich dient der Raum als Bibliotheksecke oder Schlafbereich für Gäste.

Lichtspiele von oben

Um die offene Raumaufteilung durch viel Tageslicht zu unterstützen galt der Lichtplanung mit umfassendem Einsatz von Fensterelementen in Fassade und Dach besonderes Augenmerkt. Dabei kam ein von Velux bereitgestelltes Simulationstool zum Einsatz, das schon in der Planungsphase einen klareren Eindruck davon verschafft, wie das Projekt letztlich wirken könnte. Die Tageslicht-Simulation ermöglicht es, Visualisierungen eines Raumes mit oder ohne Dachfenster zu vergleichen, so dass man das Licht von oben bildlich vor Augen hat.
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Die Ausrichtung des Gebäudes und die Fensterplanung sind insgesamt so gestaltet, dass sie in der kalten Jahreszeit gewünschte solare Energiegewinne maximieren und das ganze Jahr über den Lichteinfall einer angenehmen Abendsonne gewährleisten. Dafür wurde das Terrassenvordach so angelegt, dass die Fassadenfenster aufgrund der im Sommer hochstehenden Sonne tagsüber im Schatten liegen und  der Wohnraum so vor Überhitzung geschützt ist. Im Winter ermöglicht es aber der tiefer stehenden Wintersonne die Fenster und somit  jeden Winkel des zentralen Wohnraumes zu erreichen.
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Die Velux Dachfenster auf der Südseite sorgen für zusätzlichen Lichteinfall und in der kalten Jahreszeit für die gewünschten solaren Energiegewinne. Rollläden schützen im Sommer vor Hitze und zur effizienten Belüftung unter Ausnutzung des Kamineffekts können die Dachfenster per Funksteuerung geöffnet werden.
„Durch die offene Konstruktion des Hauses entstehen durch den Lichteinfall von verschiedenen Seiten bzw. Himmelsrichtungen rund um die Uhr spannende Situationen, einmal spiegelt sich ein Lichtstrahl in der Glasbrüstung, einmal fällt das Sonnenlicht durch ein Dachfenster auf eine bestimmte Bodenfläche, einmal auf ein Kunstwerk“, schwärmt die Bewohnerin.
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Nachhaltig gebaut

Für den Bau des Hauses wurde auf regionale Rohstoffe zurückgegriffen. Die Granitblöcke für den Vorgarten und die Arbeitsplatte der Küche stammen beispielsweise aus einem nahegelegenen Steinbruch. Alle Holzelemente, einschließlich der für die Fassade verwendeten Lärchenschindeln, wurden von örtlichen Zimmereien geliefert, die mit Holz aus der Region arbeiten. Bei der Umsetzung des Projekts wurden über 60 m3 Brettsperrholz, 25 m3 Fichtenmassivholz, 10 m3 Lärchen- und 1 m3 Eichenholz sowie 75 m3 Holzweichfaserdämmung verbaut. So war es möglich, ca. 100 Tonnen CO2 im Haus zu binden.
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Wärme für Heizung und Warmwasser werden über ein hocheffizientes Brennwertgerät bereitgestellt, das über das allgemeine Gasnetz mit Biogas versorgt wird. Die Südseite des Daches wurde die für die Installation einer Photovoltaikanlage als zweite Energiequelle vorbereitet. Sie kann später direkt in die Tegalit-Dachdeckung ohne Aufständerung eingebaut werden und so zusätzlich zur Nachhaltigkeit des Gebäudes beitragen.

Nachhaltig, viel Wohnkomfort und tageslichtdurchflutet – nicht nur die Bauherrin ist von ihrem neuen Eigenheim begeistert. „Ich würde jederzeit selbst einziehen. Das Haus hat so viele tolle Plätze, und ich bin mit jedem Detail zufrieden“, zieht Architekt Nöbauer nach Realisierung seines Entwurfs ein mehr als positives Fazit.

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