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Wogg: 40 Jahre Geschichte und eine revolutionäre Zukunft

Daniel T. Maurer ist seit einem Jahr geschäftsführender Gesellschafter von Wogg. Im Interview blickt er auf die Unternehmensgeschichte zurück und verrät, wie er mit Outside Wogg den Markt revolutionieren will.

19/12/2023 - 40 Jahre Wogg. Müsste man die vier Jahrzehnte der Schweizer Designmöbelmarke in ein einziges Wort bündeln, so wäre Innovation wohl das geeignetste. Und die Erfolgsgeschichte schreibt sich auf spannende und vielversprechende Weise fort. Seit Januar 2023 ist Daniel T. Maurer neuer Inhaber und Geschäftsführer von Wogg. Und er hat große Visionen. Visionen, für die die Weichen längst gestellt sind. Im Interview mit Archiproducts, gibt Maurer Einblicke, verrät, wie er Wogg zur erfolgreichsten Möbelmarke aller Zeiten machen will und welche Rolle dabei das patentierte Rollfront-System Wogg 75 einnimmt.
Wogg 90, Sideboard, Design Gabriele & Oscar Buratti 2Pin it

Wogg 90, Sideboard, Design Gabriele & Oscar Buratti

Herr Maurer, das Jahr des 40. Jubiläums von Wogg neigt sich dem Ende zu. Was macht den Erfolg des Unternehmens aus?
 
Daniel T. Maurer: "Der Erfolg wurde 1983 angelegt, wie bei einem Kind die Geburtsstunde, die schon viel bestimmt. WOGG heisst eigentlich Willi und Otto, Glaeser und Gläser. Das waren Erfinder und Pioniere mit einem unglaublichen Know-how. Sie haben anfänglich sofort auf die Zusammenarbeit mit Designern gesetzt - das war 1983 nicht selbstverständlich - und dann immer wieder die Welt neu erfunden. Bis jetzt, mit dem aktuellsten WOGG 75 Patent. Mit dem Rollfront-System werden wir die ganze Möbel-, Küchen-, Badewelt revolutionieren."
Daniel T. Maurer ist seit Januar 2023 CEO und Owner von Wogg. 3Pin it

Daniel T. Maurer ist seit Januar 2023 CEO und Owner von Wogg.

Wie kamen Sie selbst zu Wogg?
 
D.T. Maurer: "Ich habe Herrn Glaeser vor 30 Jahren kennengelernt. Wir beide haben in Stanford studiert: Er war mit Abstand der älteste Student und ich mit Abstand der jüngste in diesem MBA. Zu dem Zeitpunkt habe ich bereits WOGG das erste Mal in den USA verkauft. Ich habe dann bei der Firma Apple weitergemacht und er mit seiner WOGG.
Vor dreieinhalb Jahren hat mein Partner in der Handelsagentur, der neue CEO, zu mir gesagt: ‚Wir haben da etwas Neues, das wir vielleicht angehen können. Das ist die Firma WOGG.‘ Und ich habe geantwortet: ‚WOGG, hast du jetzt WOGG gesagt? Das ist, wie wenn du meine alte Jugendliebe erwähnst.‘ So haben wir uns wieder getroffen."
Das Rollfront-System Wogg 75 ist als Outside Wogg weltweit lizenziert  4Pin it

Das Rollfront-System Wogg 75 ist als Outside Wogg weltweit lizenziert

Nun sind Sie bereits seit drei Jahren aktiv im Unternehmen und seit Anfang 2023 Inhaber und CEO. Und Sie haben große Ziele!
 
D.T. Maurer: "Ich möchte in neun Jahren der erste Möbelhersteller sein, der eine Milliarde Umsatz macht. Das erste Jahr war wesentlich anspruchsvoller, als ich es geplant hatte. Aber nach einem Jahr kann ich sagen, auch umso besser. Da kommt noch unglaublich viel!
Wir haben das neue Patent WOGG 75, ein Aluminium-Rollfront-System, das konvexe, konkave, enge und große Radien fahren kann. Willi Gläser war „Hauptverursacher“ dieses Systems. Die Entwicklung hat dreieinhalb Jahre gedauert und 1,5 Millionen gekostet. Wir haben gemerkt, damit eröffnen sich Welten."
Wogg 105, Sideboards Ellipse, Design Christophe Marchand 5Pin it

Wogg 105, Sideboards Ellipse, Design Christophe Marchand

Mit dem WOGG 75 System hat die Schweizer Marke bereits eine umfassende Möbelserie aus der Feder des Designers Christophe Marchand entwickelt und damit viele Designpreise gewonnen. Unter den Auszeichnungen resultiert auch der Materialica Award, schließlich wird WOGG 75 aus 80% recyceltem Aluminium hergestellt und ist zu 100% wieder recycelbar.
Das Rollfront-System ermöglicht platzsparend zu gestalten, denn die Lamellen laufen flach am Möbel entlang. Dabei kann es in Bädern und Küchen, in Büros und Wohnzimmern, aber auch auf kommerziellen Flächen zum Einsatz kommen und sowohl dimensional als auch farblich jeden Wunsch erfüllen. Zum Thema Farbe erklärt Maurer:
 
D.T. Maurer: "Das Interessante bei diesem Rollfront-System ist, dass ich das wie ein Vorhang wechseln kann. Die Leute wollen etwas Langlebiges, wir nennen das timeless, aber sie wollen auch etwas Zeitgemäßes. Zeitgemäß bedeutet, dass ich in den Nuancen flexibel bleiben muss. Wenn heute jemand nach sechs, sieben Jahren sagt, er möchte ein Badezimmer mit einer neuen Farbe, kann man einfach die Rollfront wechseln. Man hat praktisch eine neues Möbel und recycelt die alte Front."
Sideboard Wogg 82, Design Christophe Marchand 6Pin it

Sideboard Wogg 82, Design Christophe Marchand

Sie blicken bereits auf die ersten großen Erfolge mit diesem System. Wie ist das in so kurzer Zeit gelungen?
 
D.T. Maurer: "Eigentlich kann das System jeder einbauen, der Möbel macht. So habe ich ein Lizenzsystem entwickelt – Outside Wogg - denn es macht keinen Sinn, ein Holz- oder ein Korpusmöbel heute nach Asien zu senden, nach den USA oder nach Portugal. Die können auch Möbel machen. Für mich war das Open Innovation, also eine Innovation, die offen ist. Es gibt ganz viele interessante, innovative Menschen auf dieser Welt. Mit denen möchte ich eigentlich nicht in den Wettbewerb gehen, sondern ich möchte mit ihnen zusammen dieses Open Innovation-Programm machen.
Wir haben zum Beispiel ein Projekt in Abu Dhabi mit 600 Wohneinheiten. Die Möbel selbst werden unten gemacht, unter unserer Lizenz, mit dem Rollfront-System, das wir anliefern. Alle Gucci-Filialen der Welt werden wir so einrichten. Und für Hyatt rüsten wir 18.000 Badezimmer aus."
Sideboard Wogg 76, Design: Uchida Design 7Pin it

Sideboard Wogg 76, Design: Uchida Design

Wie gehen Sie mit den Ihren eigenen Standards um, wenn Sie Lizenzen weltweit vergeben?
 
D.T. Maurer: "Es braucht eine gewisse Toleranz. Der Angstbarometer ist ein schlechter Ratgeber. Es gibt Länder, da sind die Qualitätsstandards überragend. In anderen ist der Anspruch des Marktes niedriger. Die Qualität, die wir zuliefern ist immer gleich. Nehmen wir einen Meter unseres Rollsystems: das besteht aus 33 Lamellen und insgesamt 220 Teilen. Das fertigen wir alles von Hand und liefern das Paket zusammengerollt an den Kunden, der es Outside Wogg verbaut. So haben wir jetzt in Italien ein Möbel gemacht, das 16 Meter lang ist oder ein Projekt in Miami in Pink und Knallgelb. Unglaublich, das wäre bei uns undenkbar. Da muss man sich auch öffnen und anpassen und profitieren von denen, die auch Ideen haben."
Aus dem Jahr 1983, Wogg 3, Bett mit Multifunktionen, Design Uwald Klug 8Pin it

Aus dem Jahr 1983, Wogg 3, Bett mit Multifunktionen, Design Uwald Klug

Wobei ja auch Wogg selbst so einige mutige Blickfänge kreiert hat. Blickt man in die Unternehmenshistorie, so finden sich dort viele ikonische Möbel, wie das Bett Wogg 3 oder die Liege Wogg 4. Wie definieren Sie heute das Kernprodukt der Marke.
 
D.T. Maurer: "Früher waren es Einzelstücke, heute sind es Systeme. Einzelstücke, da würden wir nicht mehr durchgehen, da können wir uns verabschieden.
Es gab das WOGG 12, mit seiner Schwarz-Weiß gemusterten Oberfläche. Seinerzeit fand man das in vielen Designhäusern und Museen. Wir werden das WOGG 12 wiederbringen, ich werde das zurückholen. Eine Ikone zurück als Einzelstück. Es wird aber auch neu als System angeboten. Das heißt, nicht mehr als Einzelmöbel, sondern als skalierbares Möbel: in der Größe, in der Tiefe, in der Nuance."
Mobile Liege aus dem Jahr 1996: Wogg 4 von Heiner Scheppler 9Pin it

Mobile Liege aus dem Jahr 1996: Wogg 4 von Heiner Scheppler

Wie erreichen Ihre Produkte den Endkunden? Die Flexibilität von Systemmöbeln bietet viel Potenzial, doch um dieses zu heben braucht es meist Fachleute.
 
D.T. Maurer: "Den Endverbraucher erreichen wir natürlich über den Fachhandel. Auch hier haben wir ein ganz klares Konzept: Es gibt sogenannte Exklusiv Wogg Partner, es gibt Premium Wogg Partner und Classic Wogg Partner. Das kann man sich ähnlich vorstellen, wie wenn man in ein Restaurant geht und es gibt drei Menüs. Der Gast sagt, da habe ich Lust dazu, das passt mir. So haben wir das auch aufgesetzt. Das Programm wählt der Händler selbst. Dann hat er, genauso wie wir, Rechte und Pflichten. Wir nennen das «Let's Wogg Together». Das Fachhandel-Partnerkonzept lancieren wir 2024."
Wogg 12 Sideboard Stripe, ein Entwurf aus dem Jahr 1988, Design Trix & Robert Haussmann 10Pin it

Wogg 12 Sideboard Stripe, ein Entwurf aus dem Jahr 1988, Design Trix & Robert Haussmann

Wer ist denn der ideale Kunde von Wogg?
 
D.T. Maurer: "Es gibt heute drei Typologien von Bedürfnissen des Menschen. Bei uns heißt das Haute Couture, Modern Chic und Urbaner Lifestyle. Interessanterweise beinhaltet die gleiche Person alles. Manchmal will man ein schönes Wochenende machen in einem wunderschönen Hotel. Das ist wie die persönliche Haute Couture, die man sich mal gönnt. Dann geht man an den See, in ein lässiges Restaurant, hat coole Turnschuhe an und fühlt sich Modern Chic. Oder man geht irgendwo vegan essen und anschließend einkaufen. Dann kommt man in den urbanen Lifestyle."
Sideboard Wogg 87, Design Gabriele & Oscar Buratti 11Pin it

Sideboard Wogg 87, Design Gabriele & Oscar Buratti

Und wie hängt das nun mit den Produkten von Wogg zusammen?
 
Ein ganz konkretes Beispiel: Wir sind mit einem Produkt in einem Projekt drin, von dem der Kunde sagt: ‚Das ist perfekt für unseren Urbaner Lifestyle‘. Genau das gleiche Produkt hat ein anderer Kunde eingesetzt und sagt: ‚Bei uns ist das Haute Couture‘.
 
Chamäleonhafte Kollektionen, puristisch und lässig, leicht und elegant, wandelbar, flexibel, zeitlos und doch immer zeitgemäß. Es bleibt spannend, im Hause Wogg!

Wogg auf Archiproducts
Neuheit 2023: Küchen Patent System Wogg 101, Design Daniel T. Maurer & Christophe Marchand 12Pin it

Neuheit 2023: Küchen Patent System Wogg 101, Design Daniel T. Maurer & Christophe Marchand

Sekretär Wogg 54, Design Christophe Marchand 13Pin it

Sekretär Wogg 54, Design Christophe Marchand

Chaiselongue Wogg 72, Design Christophe Marchand 14Pin it

Chaiselongue Wogg 72, Design Christophe Marchand

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